Tipps & Tricks für sicheres Mountainbiken und E-Mountainbiken

 

Mountainbiken erfreut sich einer großen Beliebtheit. Die Verbindung aus Naturerlebnis, Freiheitsgefühl und sportlicher Betätigung machen das Mountainbiken zu einer beliebten Freizeitaktivität der Österreicher.  Rund 120.000 Personen üben diesen Sport in Österreich bereits aus. Mit dem E-Bike Boom, der sich auch im Mountainbike-Bereich niederschlägt, ist eine weitere Zunahme der E-Mountainbiker zu erwarten. Damit haben noch mehr Personen die Möglichkeit haben, die Natur auf sportlichem Wege zu genießen und eine gesunde Bewegungsart in ihren Alltag zu integrieren

Tipps & Tricks für sicheres Mountainbiken und E-Mountainbiken

  • Funktionsprüfung von Reifen, Schaltung, Bremsen & Co ist ein Muss vor jeder Ausfahrt.
  • Fahrradhelme verhindern schwere Kopfverletzungen.
  • Gleichgewicht schulen: auch langsame Geschwindigkeiten müssen geübt werden.
  • Fahrroutine entwickeln: nicht nur Fahranfänger, auch Fortgeschrittene profitieren von E-Bike-Kursen und Mountainbike-Fahrtechniktrainings. Ganz besonders die richtige Technik beim Kurvenfahren und das Bremsen sind Grundvoraussetzungen für das sichere Mountainbiken.
  • Bei der Wahl der Route dürfen nur jene Wege ausgewählt werden, auf denen das Mountainbiken gestattet ist.
  • Vorsicht beim Anfahren mit dem E-Mountainbike: die Schubkraft des Elektromotors kann überraschend einsetzen.
  • Finger weg vom E-Mountainbike-Tuning: Es ist riskant und illegal.
  • Zuerst Betriebsanleitung lesen, dann fahren: Vor der ersten Fahrt mit dem neuen E-Mountainbike die Betriebsanleitung sichten, um sich mit den Funktionen vertraut zu machen. Um sich mit dem E-Bike vertraut zu machen, sollte das Rad zudem zunächst ohne Motorunterstützung getestet werden und erst dann langsam die Motorleistung hinzugeschalten werden.

Steigende Zahl an E-Mountainbikern bringt auch mehr Unfälle

E-Mountainbike Zadrobilek
Gerhard Zadrobilek, ehemaliger österreichischer Radprofi, beim KFV E-Mountainbikeworkshop in Mödling, Foto Unit11 JTrauner

Im Jahr 2017 verletzten sich laut KFV rund 6.800 Österreicher beim Mountainbiken in den heimischen Wäldern, davon war bereits etwa jeder Zehnte mit einem E-Mountainbike unterwegs. Erste Verletzungsanalysen zeigen, dass sich E-Mountainbiker im Durchschnitt schwerer verletzten als reguläre Mountainbiker: Fehleinschätzung, Selbstüberschätzung, mangelnde Technik und Überforderung zählen zu den häufigsten Unfallursachen beim E-Mountainbiken. Deshalb ist es empfohlen, vor der ersten Ausfahrt mit einem E-Mountainbike Fahrtechniktrainings zu absolvieren.

Fehleinschätzung und Selbstüberschätzung zählen bei beiden Mountainbike-Typen zu den Hauptunfallursachen. Beim E-Mountainbiken kommt als zusätzliches Risiko noch mangelnde Technik und Vorbereitung und in weiterer Folge Überforderung hinzu.

Mit dem Trend zum E-Mountainbike verbreitert sich die Zielgruppe stark, da damit auch ungeübtere Radfahrer, Familien und Personen mit schwächerer Kondition die Möglichkeit haben, mit dem Mountainbike die Natur zu erleben. Damit gerade auch Anfänger und ungeübtere Personen sicher auf den Trails unterwegs sein können ist es umso wichtiger, die richtige Fahrtechnik vorab zu erlernen und zu üben.

so der ehemalige österreichische Radprofi Gerhard Zadrobilek.

Helm tragen beim E-Mountainbiking

Nur knapp 70 Prozent der E-Mountainbiker tragen zum Unfallzeitpunkt einen Helm, während die Helmtragequote beim regulären Mountainbiken bei rund 87 Prozent liegt. Gesetzlich vorgeschrieben ist das Tragen eines Radhelmes nur für Kinder bis 12 Jahren auf öffentlichen Straßen und Forststraßen. In Niederösterreich und im Burgenland gilt die Helmpflicht für Kinder (in NÖ: für Kinder bis 15 Jahre) auch abseits öffentlicher Straßen.

Auch wenn Fahrradhelme keine Unfälle vermeiden können, so verhindern sie doch schwere Kopfverletzungen. Bereits ein Aufprall mit der für Elektrofahrräder erlaubten maximalen Bauartgeschwindigkeit von 25km/h entspricht ungeschützt und ungebremst gegen ein Hindernis einem Sturz aus 2,5 Metern Höhe.

Achtung: Bei Elektrofahrrädern bzw. E-Mountainbikes mit einer Leistung von mehr als 600 Watt bzw. einer Motorunterstützung von mehr als 25km/h handelt es sich rechtlich gesehen nicht mehr um Fahrräder, sondern um nicht zugelassene Kraftfahrzeuge, welche einen Versicherungsschutz und ein Kennzeichen benötigen. Mit einem derartigen Fahrzeug auf öffentlichen Wegen und Straßen unterwegs zu sein ist eine strafbare Handlung, die weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Haftung beim Mountainbiking

Im Fall eines Unfalls beim Mountainbiking stellt sich die Frage, wer die Verantwortung trägt.

  • In der Regel liegt diese beim Mountainbiker selbst, da der überwiegende Teil der Unfälle auf Fehlverhalten des Mountainbikers zurückzuführen sind.
  • Grundeigentümer bzw. Wegehalter haften nur in Ausnahmefällen.
  • Bei unerlaubter Benützung eines Weges durch den Mountainbiker liegt die Haftung in jedem Fall beim Mountainbiker.
  • Ist ein Weg zur Benützung von Mountainbikern freigegeben, so haftet der Grundeigentümer bzw. Wegehalter nur dann, wenn vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten des Grundeigentümers bzw. Wegehalters vorliegt.

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